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Hundeschule Rostock


"Pflicht"wissen


Die sensible Phase (früher Prägungsphase) - Deprivationsschäden bei Welpen


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Die sensible Phase (Prägungsphase) beim Hund beginnt in der 3. Lebenswoche und endet in der 8. Lebenswoche. Der wichtigste Zeitraum während dieser Phase liegt in der 4. bis 7 Lebenswoche.


Mit Sicherheit haben Sie schon vom erschütternden Schicksal des Findelkindes Kaspar Hauser gehört, dessen Name die "Kaspar-Hauser-Versuche" tragen, in denen bewusst und gezielt das Sammeln von Erfahrungen verhindert wird.

Konrad Lorenz´weltbekanntes Experimenten mit Gänseküken:
Gibt man den Küken in der Prägungsphase (6. bis 21. Lebensstunde nach dem Schlüpfen) z. B. nur die Möglichkeit, Menschen zu sehen, zu hören und ihnen zu folgen, werden die Tiere für ihr gesamtes Leben fehlgeprägt. Derart fehlgeprägte Tiere werden auch als Erwachsene zum Menschen laufen, selbst wenn sie die Wahl zwischen Gans und Mensch haben.

Die geistigen Voraussetzungen eines Hundes sind nicht so simpel strukturiert, wie bei einem Vogel. Durch Lernerfahrungen kann der Hund einige Wissenslücken zum Teil schließen. Aber, je größer der Umfang des Erfahrungsentzuges war, umso mehr Defizite werden sich im Laufe des Hundelebens zeigen.

Vergeht also die sensible Phase, ohne dass der Hund die unterschiedlichsten Erfahrungen sammeln konnte, treten massive Verhaltensstörungen auf. Sehr häufig werden erst nach der Pubertät viele psychische Schädigungen auffällig, indem sich die Hunde z. B. ängstlich oder angstaggressiv verhalten.

Heinz Wendt, "Der Hund, mit dem wir leben"
"Der Umfang des auferlegten Erfahrungsentzuges bestimmt den Grad einer bleibenden Zerstörung bzw. Missbildung der "Persönlichkeit" des betreffenden Tieres."


Bei den meisten Hunden, die mir in der Hundeschule als "Problemhunde" vorgestellt wurden, stellte sich in Gesprächen heraus, dass sie in der sensiblen Phase und z. T. auch in der Sozialisierungsphase keinen Kontakt zu Artgenossen und Menschen hatten.



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